Der praktische Ratgeber

Elke M. Schüttelkopf
Lernen aus Fehlern: Wie man aus Schaden klug wird
Freiburg i. Br., 2013, 128 Seiten

Fehler passieren jeden Tag - uns selbst, Kollegen wie Führungskräften. Dieser TaschenGuide erläutert ihre unterschiedlichen Ursachen und Wirkungen und zeigt neue und konstruktive Strategien im Umgang mit Fehlern.

Fehler lassen sich als Chance oder als Lernimpuls nutzen. Sie erfahren anhand konkreter Anleitungen und Beispielen aus dem Berufsalltag, wie Sie mit Fehlern konstruktiv umgehen können.

  • Wenn kleine Fehler zu Katastrophen werden
  • Wie Sie eigene Fehler frühzeitig entdecken, bewältigen und aus ihnen lernen
  • Wenn andere Fehler machen: mit dem eigenen Ärger umgehen und Verbesserungen bewirken
  • Der Weg zu konstruktiven Fehlerstrategien

als Taschenbuch sowie e-Book erhältlich:
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Frage 12

Weshalb verknüpfen wir Fehler mit Schuld?

Das ist ein gravierender Denkfehler! Schon der griechische Philosoph Aristoteles unterscheidet vor mehr als 2000 Jahren zwischen Fehler und böser Tat. Dabei handelt es sich um zwei verschiedene Sachverhalte: Ein Fehler ist etwas, das einem passiert, ohne dass man es merkt (zB ein Flüchtigkeitsfehler). Ein Fehler ist auch etwas, das man macht, jedoch ohne schlechte Absicht (zB aus Termingründen einen Prozess-Schritt überspringen). Ein Fehler wird daher nicht verschuldet – im Gegensatz zur bösen Tat. Bei der bösen Tat (einem Vergehen oder Verbrechen) liegt Vorsatz vor. Hier ist es auch richtig, von Schuld zu sprechen.
Leider vermischen wir im alltäglichen Sprachgebrauch die Kategorien. Wir sagen oft „der Mitarbeiter hat einen Fehler verschuldet“ und machen dabei selbst einen Fehler: Wir unterstellen eine schlechte Absicht, klagen ihn an, drängen ihn in eine Verteidigungsposition. Ein konstruktiver Umgang mit Fehlern zeichnet sich u.a. dadurch aus, dass man Anklagen und Unterstellungen vermeidet. Ohne Beschuldigung lautet der Satz: „dem Mitarbeiter ist ein Fehler passiert“. Doch noch kollegialer und konstruktiver ist die Formulierung, wenn man nicht die Person, sondern die Sache fokussiert: „bei dem und dem Prozess ist ein Fehler aufgetreten“.