Offen Miteinander Reden:

Offen Miteinander Reden:
Bei Fehlverhalten Klartext sprechen

Dornbirn, 2015, 7 min
Video für Führungskräfte und Personalverantwortliche
Regie: Leonhard Lindner
Drehbuch: Elke M. Schüttelkopf
mit Stephan Mohr, Anika Müller, Susanne Lindner, Alexander Hörburger, Maximilian Berlinger, Lukas Lanser, Raphaela Walser, Heiko Grauel

Immer wieder mal passieren Fehler. Mal vertippt man sich bei einem Geschäftsbrief, verrechnet sich bei der Kalkulation, vergisst einen Termin ...
Aber es gibt auch Fehler, die keine einmaligen Ausrutscher sind. Manchmal stellen wir fest, dass sich jemand grundsätzlich falsch verhält.

Ein Fehler ist, was die Anforderungen nicht erfüllt. Das gilt auch bei Verhaltensweisen. Zum Beispiel für häufiges Zuspätkommen, unpassende Arbeitskleidung, herablassende Behandlung von KundInnen, Verletzung von Sicherheitsvorschriften, etc. Doch oft haben wir Hemmungen, andere auf Verhaltensfehler anzusprechen. Zu oft sprechen wir über andere, statt mit anderen.

Das Video zeigt, wie wir Verhaltensfehler gut ansprechen und Verbesserungen erzielen können. Respektvoll, klar, lösungsorientiert.
Und wie wir gut unser Ziel erreichen: Eine Verbesserung in der Arbeit bzw. Zusammenarbeit. Damit alles gut läuft.

Frage 12

Weshalb verknüpfen wir Fehler mit Schuld?

Das ist ein gravierender Denkfehler! Schon der griechische Philosoph Aristoteles unterscheidet vor mehr als 2000 Jahren zwischen Fehler und böser Tat. Dabei handelt es sich um zwei verschiedene Sachverhalte: Ein Fehler ist etwas, das einem passiert, ohne dass man es merkt (zB ein Flüchtigkeitsfehler). Ein Fehler ist auch etwas, das man macht, jedoch ohne schlechte Absicht (zB aus Termingründen einen Prozess-Schritt überspringen). Ein Fehler wird daher nicht verschuldet – im Gegensatz zur bösen Tat. Bei der bösen Tat (einem Vergehen oder Verbrechen) liegt Vorsatz vor. Hier ist es auch richtig, von Schuld zu sprechen.
Leider vermischen wir im alltäglichen Sprachgebrauch die Kategorien. Wir sagen oft „der Mitarbeiter hat einen Fehler verschuldet“ und machen dabei selbst einen Fehler: Wir unterstellen eine schlechte Absicht, klagen ihn an, drängen ihn in eine Verteidigungsposition. Ein konstruktiver Umgang mit Fehlern zeichnet sich u.a. dadurch aus, dass man Anklagen und Unterstellungen vermeidet. Ohne Beschuldigung lautet der Satz: „dem Mitarbeiter ist ein Fehler passiert“. Doch noch kollegialer und konstruktiver ist die Formulierung, wenn man nicht die Person, sondern die Sache fokussiert: „bei dem und dem Prozess ist ein Fehler aufgetreten“.