Martin Gartmeier, Hans Gruber, Tina Hascher, Helmut Heid (Hrsg.)

Fehler. Ihre Funktionen im Kontext individueller und gesellschaftlicher Entwicklung

Münster 2015, 312 Seiten

Die Beschäftigung mit dem Thema Fehlerkultur nimmt in Psychologie und Pädagogik einen wichtigen Platz ein. Dabei ist die Erforschung des Umgangs mit Fehlern und der Bedeutsamkeit des Lernens aus Fehlern nicht auf Schule und Ausbildung beschränkt. Auch in Unternehmen gelangt die Fehlerkultur stark in den Fokus der Aufmerksamkeit.

Insgesamt 33 renommierte FehlerforscherInnen haben ihre Erkenntnisse in 17 Beiträgen veröffentlicht:

Teil 1: Konzeption von Fehlern, Modellierung des Lernens aus Fehlern
Teil 2: Lebensweltliche, lebenszeitliche und systemische Perspektiven
Teil 3: Funktionen von Fehlern in Bildungskontexten
Teil 4: Funktionen von Fehlern in der Arbeitswelt

Im Sammelband ist auch der Beitrag "Betriebliches Lernen aus Fehlern. Praxisorientierte Überlegungen zur systematischenWeiterentwicklung der Fehlerkultur in Industrieunternehmen" erschienen.

In dem 13-seitigen Artikel greifen Elke M. Schüttelkopf und Ulrich Vogl die wissenschaftliche Diskussion rund um die Themen Fehlerkultur und Lernen aus Fehlern auf und stellen deren Konsequenzen für die Verbesserung des betrieblichen Umgangs mit Fehlern dar. Dabei konfrontieren sie die wissenschaftlichen Diskurse mit Erfahrungen und Einsichten, die sie im Zuge ihrer langjährigen beruflichen Tätigkeiten gesammelt haben.

als Taschenbuch sowie e-Book erhältlich:

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Frage 21

Wieviel Fehler muss ein Unternehmen dulden, damit es innovativ bleibt?

Fehler machen allein schafft noch keine Innovation. Neues entsteht erst durch das Lernen aus Fehlern. Aber da stehen wir uns zu oft selbst im Weg: Wir gestehen uns eigene Fehler nicht ein, wir leugnen sie vor anderen oder reden sie klein. Leider verhindern wir damit unsere eigene Entwicklung. Wir stellen häufig auch andere bloß, beschämen sie, machen ihnen Vorwürfe. Doch damit hemmen wir ihre Lernprozesse.
Wir reagieren auf Fehler sehr unsachlich, mit vielen negativen Emotionen. Im Grunde ist das ein Keinkind-Verhalten. Wir agieren wie ängstliche Kinder, die eine Strafe abwenden wollen. Und die sich ein bisschen größer und besser fühlen, wenn sie anderen „ätsch, bätsch“ zurufen.
Was wir jedoch brauchen, ist ein reifer und kooperativer Umgang miteinander - auch im Umgang mit Fehlern. Nur so können wir uns weiterentwickeln, nur so können Unternehmen florieren und Innovationen schaffen. Da kommt man mit Fehlervermeidung nicht weiter. Da braucht es eine hohe Fehlerfreundlichkeit, viel Mut zu intelligenten und innovativen Fehlern und eine hohe Fehlerkompetenz, um richtig mit Fehlern umzugehen. Denn der Weg zu Innovationen ist mit Fehlern gepflastert.