Modul 2

Lernen aus Fehlern

Wie Sie richtig mit eigenen und fremden Fehlern umgehen

Immer wieder stolpern wir über Fehler. Die Fehler passieren zwar unseren KollegInnen, MitarbeiterInnen oder auch Führungskräften, aber wir haben oft den Ärger und die Arbeit damit. Wir wissen: Schweigen ist keine Lösung. Aber wir wollen andere auch nicht kränken oder verärgern. Wie können wir jedoch aus Fehlern klug werden und miteinander gut aus Fehlern lernen?

  • Weshalb fallen uns die Fehler anderer auf – und nicht den Fehlerverursachern selbst?
  • Weshalb ist Schweigen und Wegschauen auch ein Fehler?
  • Wie spreche ich Arbeitsfehler und Verhaltensfehler konstruktiv an?
  • Wie bringe ich KollegInnen, MitarbeiterInnen und Führungskräften dazu, es richtig zu machen?
  • Wodurch lassen sich Wiederholfehler vermeiden?
  • Wie kann ich andere zu Verbesserungen bewegen, wenn sie mir nicht unterstellt sind?
  • Was mache ich, wenn mir selbst ein Fehler passiert ist?
Frage 16

Welche Fehler machen Unternehmen im Umgang mit Fehlern?

Zwei Fehler begegnen mir häufig. Erstens sagen Unternehmenslenker oft ´Fehler sind schlecht, Fehler kosten Geld, Fehler dürfen nicht passieren!´ Aber Fehler lassen sich nicht verbieten, sie passieren trotzdem, ob man es will oder nicht.
Wenn Firmen jedoch die "Null-Fehler-Doktrin" ausgeben, führt es dazu, dass Fehler schöngeredet oder verheimlicht werden bzw. gar vertuscht werden. Das ist brandgefährlich für die Firma: Werden kritische Fehler unter den Teppich gekehrt, sind sie eine Zeitbombe, die irgendwann hochgeht! Daher ist es besser, Fehler als Fakt zu akzeptieren. Dann kommen Fehler auf den Tisch und man kann sie angemessen bearbeiten.
Und damit komme ich auch schon zum zweiten Punkt: Meist werden Fehler als ein statisches Ereignis betrachtet. Man sagt: ´Das ist schlecht!´, ´das ist schiefgelaufen´ oder ´das ist mir passiert´. Man stellt ein Manko fest und belässt es häufig dabei. Oder man reagiert nur auf der emotionalen Ebene, indem man sich über den Fehler ärgert. Aber das bringt nichts.
Wir sehen Fehler viel zu wenig als Startpunkt eines Prozesses. Wir blicken zu viel zurück und zu wenig nach vorne. Wir reagieren zu sehr auf der emotionalen und zu wenig auf der sachlichen Ebene. Die entscheidende Frage lautet: ´Was hat zu den Fehler geführt und wie können wir die Sache verbessern?´ So gesehen ist ein Fehler nur ein Zwischenschritt zu einem weiteren Erfolg.