Modul 2

Lernen aus Fehlern

Wie Sie richtig mit eigenen und fremden Fehlern umgehen

Immer wieder stolpern wir über Fehler. Die Fehler passieren zwar unseren KollegInnen, MitarbeiterInnen oder auch Führungskräften, aber wir haben oft den Ärger und die Arbeit damit. Wir wissen: Schweigen ist keine Lösung. Aber wir wollen andere auch nicht kränken oder verärgern. Wie können wir jedoch aus Fehlern klug werden und miteinander gut aus Fehlern lernen?

  • Weshalb fallen uns die Fehler anderer auf – und nicht den Fehlerverursachern selbst?
  • Weshalb ist Schweigen und Wegschauen auch ein Fehler?
  • Wie spreche ich Arbeitsfehler und Verhaltensfehler konstruktiv an?
  • Wie bringe ich KollegInnen, MitarbeiterInnen und Führungskräften dazu, es richtig zu machen?
  • Wodurch lassen sich Wiederholfehler vermeiden?
  • Wie kann ich andere zu Verbesserungen bewegen, wenn sie mir nicht unterstellt sind?
  • Was mache ich, wenn mir selbst ein Fehler passiert ist?
Frage 17

Weshalb sollen wir offen mit Fehlern umgehen?

Fehler sind oft richtig unangenehm! Um Ärger und Stress zu vermeiden, neigen wir dazu, sie zu verheimlichen und zu vertuschen. Aus den Augen, aus dem Sinn. Dabei übersehen wir, dass kritische Fehler eine Zeitbombe sind. Irgendwann gehen sie hoch, oft schneller als man denkt. Doch dann hat sich der Schaden potenziert...!
Nehmen wir als Beispiel die Costa Concordia. Durch eine Vielzahl von Fehlern und Pflichtverletzungen kam es zu einem Unfall: Das Kreuzfahrtschiff rammte einen Felsen, der das Schiff schwer beschädigte. Ein riesiger Sachschaden, doch den Reisenden und der Besatzung war glücklicherweise nichts passiert. Alle hätten ruhig von Bord gehen können.
Doch was geschah tatsächlich? Zuerst wurden die Passagiere falsch informiert und in die Kabinen geschickt, dann selbst die Hafenbehörde belogen. Erst eine knappe Stunde nach der Havarie wurde die Evakuierung begonnen, viel zu spät: Riesige Wassermengen hatten bereits zahlreiche Gänge geflutet, die Treppen waren durch die starke Neigung des Schiffs kaum mehr begehbar, die Rettungsboote blockiert. 32 Menschen mussten sterben. Sie haben ihr Leben nicht durch den Unfall verloren, sondern durch die verspätete Evakuierung, durch einen falschen Umgang mit Fehlern, durch Fehlerverheimlichung und Fehlervertuschung. Statt einiger Millionen Reparaturkosten liegt der Gesamtschaden nun im Milliardenbereich.
Ein offener Umgang mit Fehlern ist für ein Unternehmen heutzutage überlebensnotwendig. Unternehmen, in denen kritische Fehler verheimlicht und vertuscht werden, sind nicht wettbewerbsfähig, sie gehen unter. Daher sollte jedes Unternehmen darauf achten, dass kritische Fehler nicht nur schnell und sicher erkannt, sondern auch schnell und zuverlässig gemeldet werden. Man kann nicht jeden Fehler verhindern, aber so können zumindest Folgeschäden und Folgekosten auf ein Minimum reduziert werden.